Mittwoch, 4. Januar 2017

Iltis international

Wie ihr vielleicht wisst, habe ich den ruhigen Job im Büro gegen einen in einem Pflegeheim eingetauscht. Es ist ein Heim in dem vor allem Menschen mit psychosozialen Veränderungen unterschiedlichster Ausprägung leben. Ja, ich weiß, ich hab quasi zu meiner Außerirdischen noch ein paar ihrer Spezies dazu bekommen, aber das ist schon okay.

Warum erzähle ich euch das jetzt? Nun, ein Bewohner in meinem Heim hat sich in den Kopf gesetzt Englisch zu lernen und kommt mehrfach am Tag um nach Vokabeln zu fragen. Allerdings fragt er manchmal nach Vokabeln, die selbst ich als wirklich eloquenter Englischkenner nicht auf anhieb nennen kann.

Von solch einer Begebenheit erzählte ich dann auch meiner Außerirdischen:

Ich: Ja, er fragt manchmal Wörter ab, die ich noch nie in meinem Leben im Englischen gelesen oder benutzt hätte.
Sie: Was denn zum Beispiel?
Ich: Na, heute zum Beispiel, was Iltis auf Englisch heißt. Ich musste erst nachschlagen, dass die Briten dazu "polecat" sagen.
Sie: Was ist denn ein Iltis? Ich weiß ja nicht mal wie das Tier auf Deutsch aussieht, geschweige denn auf Englisch.

Nun, für alle die das auch nicht wissen: Wikipedia hilft euch da ;-)

https://de.wikipedia.org/wiki/Iltisse




Freitag, 17. Juni 2016

Diagnose: nicht zu helfen!

"Ich habe Schmerzen im Finger, wenn es vibriert."

So begann eine halbstündige Diskussion über den Zusammenhang zwischen dem Vibrationsalarm eines Handys und den daraus resultierenden Gelenkschmerzen in ihrem linken Daumen.

Meine Rolle dabei? Ich bin mir nicht ganz sicher. Irgendwo zwischen Arzt und Voodoo-Priester?

Seit März hat sie das Problem. Wenn sie was anfasst, was vibriert, dann tut ihr das mittlere Gelenk im linken Daumen weh. Das passiert auch immer morgens. Ihr Handy weckt sie mit Vibrationsalarm. Den macht sie dann mit der linken Hand aus. Ob ich dazu was sagen könnte.

Konnte ich: "Mach den Alarm halt mit der anderen Hand aus."

Das war ganz offensichtlich nicht die Antwort, die sie erhalten wollte. Nach einer weiteren Diskussionsrunde habe ich mich dann auf eine Aussage verbessert, die ich als gangbaren Weg bezeichnen würde: "Wenn du Schmerzen hast, dann geh damit zum Arzt und lass ihn das untersuchen."

Ich muss gestehen, dass ich gerne dabei wäre, wenn sie dem Arzt sagt, dass sie Schmerzen im Finger hat, wenn es vibriert.


Montag, 28. März 2016

In einer Schleife gefangen...

Es gibt ein Problem. Kein ernstes. Nur eine kleine Entscheidung für das, was man gewöhnlich als das kleinere Übel beschreiben würde. Es gibt zwei Alternativen, der Einfachheit halber nennen wir sie mal Alternative A und B.

Beide sind nicht das Optimum, wie es nunmal so oft im Leben vorkommt, aber man kann sich nur für eine der beiden entscheiden und muss also abwägen, welche Alternative am wenigsten negative Nebenwirkungen hat. Das fällt den meisten von uns relativ einfach.

Tja, sie ist eben keine von uns. Also soll ich die Entscheidung fällen: A oder B? Ich tendiere zu A, aber das ist nicht das was sie erwartet hätte. Also bin ich so mutig und sage ihr, dass sie sich dann eben für B entscheiden müsse. Großer Fehler.

Sie erläutert mir noch einmal alle Pro's und Contra's der beiden möglichen Entscheidungen und ich ahne, dass es völlig egal ist, was ich tue, ich kann es ihr nicht recht machen. Ich bleibe bei meiner Entscheidung für A.

Sie erläutert mir noch einmal alle Pro's und Contra's der beiden möglichen Entscheidungen und ich ahne, dass es völlig egal ist, was ich tue, ich kann es ihr nicht recht machen. Ich bleibe bei meiner Entscheidung für A.

Sie erläutert mir noch einmal alle Pro's und Contra's der beiden möglichen Entscheidungen und ich ahne, dass es völlig egal ist, was ich tue, ich kann es ihr nicht recht machen. Ich bleibe bei meiner Entscheidung für A. 

Ich sage ihr, dass sie sich dann für B entscheiden müsse, wenn A nicht das ist, was sie will.

Sie erläutert mir noch einmal alle Pro's und Contra's der beiden möglichen Entscheidungen und ich ahne, dass es völlig egal ist, was ich tue, ich kann es ihr nicht recht machen. Ich bleibe bei meiner Entscheidung für A.

B ist nicht was sie will. Ich sage ihr, sie solle dann bei A bleiben.

Sie erläutert mir noch einmal alle Pro's und Contra's der beiden möglichen Entscheidungen und ich ahne, dass es völlig egal ist, was ich tue, ich kann es ihr nicht recht machen. Ich bleibe bei meiner Entscheidung für A. 

A ist nicht was sie will. Ich sage ihr, dass dann nur B bleibt.

Sie erläutert mir noch einmal alle Pro's und Contra's der beiden möglichen Entscheidungen und ich ahne, dass es völlig egal ist, was ich tue, ich kann es ihr nicht recht machen. Ich bleibe bei meiner Entscheidung für A.

Inzwischen brüllt sie mich an, wenn sie die Pro's und Contra's zitiert. Aber es gibt keine Lösung C.

A ist nicht was sie will. B ist nicht was sie will. Also muss ich schuld sein. Ich verursache das Problem und habe absolut kein Verständnis dafür, dass sie sich nicht zwischen A und B entscheiden kann. Sie brüllt mich hysterisch nieder, egal was auch immer ich zu sagen versuche....

Irgendwann explodiert ihr Hirn. Hoffentlich.

Dienstag, 26. Januar 2016

After watching please press DELETE...

Ich habe lange überlegt, wie ich diese kleine Episode aus meinem Leben mit einer Außerirdischen am besten erzählen soll und ich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich das ganze einfach mal unkommentiert hier wiedergebe. 

Auslöser war ein DVD-Abend mit einer Folge CSI-Las Vegas, den ich allerdings kochend in der Küche verbrachte...

"Die Folge kannte ich noch gar nicht."

"Die haben wir doch schon gesehen."

"Nein, ich nicht."

"Ich schaue CSI nur mit dir und ich kenne diese Folge. Ich habe die mit Sicherheit schon mit dir zusammen gesehen."

"Nein, da würde ich mich dran erinnern."

"Doch, ich bin mir 100% sicher. Das war doch die Folge mit der Frau in dem Grusel-Zirkus, die sich immer alle möglichen Nadeln durch die Haut gestochen hat."

"Ja."

"Und die hat ein Medikament genommen, um keine Schmerzen zu haben."

"Ja."

"Dann haben wir die Folge schon gesehen."

"Nein, ich kannte die noch nicht."

"Doch, ganz sicher, denn ich erinnere mich, dass ich beim ersten Mal auf Wikipedia nachschauen musste, was genau das für ein Medikament ist."

"Aber ich kannte die nicht."

"Ich bitte dich! Es gibt niemand anderen mit dem ich solche Serien schaue und ganz bestimmt keinen anderen auf der Welt, der mich dazu bringen würde den Namen eines Medikamentes im Internet nachzuschlagen, damit er nachprüfen kann, wie realistisch die Folge ist!"

"Hm..."

"Ich schaue ganz bestimmt nicht für mich bei Wiki nach, was das für ein Medikament ist. Mir hätte gereicht, aus dem Zusammenhang zu entnehmen, dass es ein Schmerzmittel sein müsste. Wenn ich das nagesehen habe, dann einzig und allein für dich und deinen Seelenfrieden mit CSI."

"Ja. Klingt so. Aber an die Folge konnte ich mich gar nicht erinnern..."

Ich verbuche das als einen halben Sieg. In ihrem Kopf scheint es eine "Löschtaste" zu geben, die wohl restlos jegliche Erinnerung auslöscht, allerdings hat sie ja indirekt zugegeben, dass keiner so eine Macke hat, wie sie. Immerhin hat sie überzeugt, dass niemand anderer auf der Welt mich nach einem Medikamentennamen im Internet suchen lassen würde.  

Es gibt also noch Hoffnung...


Freitag, 1. Januar 2016

Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Mitbewohner...

Wenn Außerirdische unter einer schlichten menschlichen Erkältung leiden, dann hat das auch Auswirkungen auf alle Menschen in ihrem Umfeld. Im speziellen auf mich:

Da sich die Viren besonders in ihren Atemwegen festgesetzt hatten, hatte sie aus der Drogerie diverse Präparate mitgebracht, darunter ein efeuhaltiges Hustenmittel und Eukalyptuskapseln für die Atemwege. Da beides frei verkäufliche, pflanzliche Mittel sind, hätte ich sie ohne Bedenken genommen. Aber was weiß ich schon von außerirdischen Empfindlichkeiten.

Kann man die beiden parallel überhaupt einnehmen ohne daran zu sterben? Das galt es für mich herauszufinden. Als ob mich das in irgendeiner Weise ernsthaft interessieren würde, aber was soll ich machen? Also hab ich die eher überschaubar kurzen Beipackzettel gelesen. Leider stand da nichts von Wechselwirkungen mit dem entsprechenden anderen Medikament.

Leider? Ja, denn da stand ja auch nicht explizit, dass es sie nicht gab. Bei beiden Medikamenten stand lediglich, dass keinerlei Wechselwirkungen mit anderen Mitteln bekannt sind. Für eine Außerirdische noch lange kein Grund, das einfach so zu glauben. Also wurde ich beauftragt, das ganze im Internet zu recherchieren.

Auch nach einer halben Stunde intensivster Suche habe ich nichts weiter gefunden, als die mehrfache Bestätigung, dass keinerlei Erkenntnisse über mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten vorliegen. Da sie sich auch nach der 10. Seite mit dieser Information nicht bereit erklärte, die Unbedenklichkeit der Einnahme beider Medikamente anzuerkennen, war ich einen kurzen Moment versucht, schnell einen Wikipedia-Eintrag dazu zu verfassen, damit sie endlich Ruhe gibt.

Es dauerte noch einmal 30 Minuten guten Zuredens, bevor sie sich an das Experiment wagte beide Pillen zu schlucken. Ich wartete gespannt darauf, dass sie mutiert, explodiert oder zumindest die Hautfarbe wechselt. Aber nichts dergleichen geschah... ein bisschen enttäuschend nach all der vertrödelten Zeit.

Samstag, 30. Mai 2015

Teppich oder nicht Teppich? Das ist hier die Frage!

Es ist wieder so ein Paradebeispiel weiblicher Unentschlossenheit. Und die Erkenntnis, dass das Vorhandensein eines Teppichs die Welt bewegen könnte... also wenn sie das mit sich machen ließe.

Meine kleine Außerirdische hatte den Wunsch, sich einen Teppich zu kaufen. Genauer gesagt einen Läufer für ihren langen, dunklen und kalt gefliesten Flur in Münster. Halten wir also fest: sie möchte einen Teppich in ihrem Flur haben. Das ist die Ausgangslage zu dem, was nun folgt...

"Ich wollte ja so einen Teppich für meinen Flur haben. Welche Farbe würde denn passen? Weiß, dunkelgrau oder braun?"

"Äh, der gaue gefällt mir."

"Aber ist das nicht zu dunkel im Flur?"

"Dein Flur ist wirklich sehr düster, aber der weiße Teppich ist nicht schön."

"Wie lang ist eigentlich mein Flur?"

"Äh, ich schätze mal, der hat ein bisschen mehr als 3 Meter."

"Dann bräuchte ich ja zwei davon!"

"Mindestens."

"Ich will keine zwei. Höchstens einen ganz langen."

"Die hier sind 1,40 m lang. Das ist nicht viel."

"Ich will aber keine zwei. Würde einer denn vom Schlafzimmer bis zum kleinen Tischchen im Flur reichen?"

"Das dürfte ungefähr hinkommen, glaube ich..."

"Wo könnte ich den Teppich denn noch hinlegen?"

"Wohnzimmer?"

"Da hab ich doch keinen Platz! Da liegt doch der Teppich unter dem Couchtisch."

"Warum willst du denn noch einen Teppich woanders? Ging doch um den Flur."

"Ja, ich kauf einen für den Flur, aber der ist ja nicht lang genug. Und wenn ich jetzt einen kurzen kaufe und kaufe mir dann irgendwann einen langen, dann muss ich den kurzen ja woanders brauchen können."

"Wenn du sowieso einen langen Teppich kaufen willst, warum musst du dann jetzt einen kurzen Teppich kaufen?"

"Weil ich keinen langen finde und der auch zu teuer wäre."

"Wenn er zu teuer ist, warum musst du dann jetzt schon wissen, wo du den kurzen einmal unterbringen willst, wenn du doch erstmal gar keinen langen Teppich kaufst?"

"Aber wenn ich mal das Geld habe für einen neuen, langen, der den ganzen Flur reicht, dann hab ich ja den hier umsonst gekauft!"

"Aber jetzt willst du doch nur den kurzen Teppich kaufen!"

"Ja. Passt der denn in die Küche?"

"Warum nicht? Der ist doch neutral, den kannst du überall benutzen."

"Ich weiß nicht. Wirklich der helle?"

"Von den drei Farben gefällt mir keine richtig, aber für den dunklen Flur wäre der helle am besten."

"Ist der nicht zu teuer?"


"Naja, ich find 10 Euro okay, aber vielleicht würdest du woanders auch einen für 8 Euro bekommen."

"Aber fühl mal, der hat auf der Unterseite eine Gummierung, da spart man dann die Anti-Rutsch-Matte."

"Ja, das ist nicht schlecht, die Fliesen sind ja ziemlich glatt."

"Also kauf ich einen?"

"Wenn du einen Teppich für den Flur willst..."

"Sag doch, soll ich einen kaufen?"

"Das musst du doch wissen!"

"Hilf mir doch! Soll ich jetzt einen kurzen kaufen?"

"Wenn du auf dem Weg vom Schlafzimmer ins Bad keine kalten Füße haben willst, dann kauf einen."

"Aber der reicht ja nicht für den ganzen Flur, der würde dann nur zwischen Schlafzimmetüre und Bad liegen."

"Das ist mir schon klar."

"Aber wäre dann nicht ein Teppich besser, der etwas länger ist?"

"Natürlich, wäre schon gut. Wenn du zwei davon kaufst, hast du den Flur komplett ausgelegt."

"Ich will aber keine zwei. Ich will einen!"

"Dann kauf den doch. Warum reden wir hier jetzt schon die ganze Zeit? Willst du einen Teppich? Dann kauf einen. Ist das nicht der Teppich, den du willst, dann lass es bleiben."

"Aber ich brauche einen Teppich im Flur. Sag mal, soll ich den kaufen?"

"Nein."

"Du bist echt blöd, ich brauch deine Hilfe und du bist nicht sehr hilfreich gerade!"

"Was soll ich denn sagen? Sag ich kauf einen, meckerst du, dass einer nicht reicht, du aber keine zwei haben willst. Sag ich dir du sollst keinen kaufen, dann meckerst du, dass du aber einen Teppich haben willst. Es ist scheißegal ob ich ja oder nein sage, du wirst es eh infrage stellen. Das hatten wir doch jetzt schon mindestens dreimal!"

"Ich will doch nur deine Meinung hören, weil ich unsicher bin!"

"Die habe ich dir doch gesagt. Aber du hast das nicht akzeptiert."

"Doch."

"Nein!"

"Jetzt sag mal ganz einfach deine Meinung: würdest du einen kaufen?"

"Nein, denn ich finde die alle nicht schön. Egal welche Farbe. Das grau ginge noch, aber das ist dir ja zu dunkel. Als ich würde keinen davon kaufen."

"Okay. Aber ich hätte schon gerne einen Teppich im Flur."

"Du hast schon Monate ohne gelebt, musst du jetzt einen haben, nur um dich irgendwann zu ärgern, weil du dann endlich einen passenden, langen Teppich findest?"

"Dann kann ich den kurzen ja in die Küche legen."

"Dann kauf dir einen."

"Nein, du hast recht, der ist nicht schön."










Damit ließ sie mich vor dem Container mit den Teppichrollen stehen. Ich befürchte, dass mein Auge unkontrolliert gezuckt hat und ich auf außenstehende wie ein tickende Zeitbombe kurz vor Ablauf des Countdowns gewirkt haben muss. Jedenfalls wude der Gang von den anderen anwesenden Kunden im Laden eine ganze Weile gemieden.



Dank meines inneren Buddhas hatte ich mich aber recht schnell wieder unter Kontrolle. Tief duchatmen und sich an einen ruhigen, angenehmen Ort denken. Das hilft. Und die Tatsache, dass gerade keine tödlichen Mordistrumente in greifbarer Nähe waren, hat auch seinen Teil zu ihrem Überleben beigetragen...



Apfelzeit

Nachdem ich eine Weile meine Ruhe hatte, ist das Raumschiff dieses Wochenende wieder mal bei mir gelandet und hat schon am ersten Abend meine Nerven strapaziert. Allerdings nehme ich das dieses mal irgendwie mit sehr viel Humor.

Eigentlich sollte es am Freitag abend noch zum Einkaufen gehen. Kurz vor Sieben machten wir uns auf den Weg. Eigentlich dachte ich dabei an unser übliches Ziel, den nahegelegenen Aldi, doch plötzlich bog sie links ab, denn sie wollte noch schnell im Marktfoum zur Apotheke bevor diese schließt.

Wir fuhren also auf den Parkplatz, doch schon während der Fahrt hatte sie mir unbedingt noch erzählen müssen, wie sie Bratäpfel in der Mikrowelle zubereitet. Und sie wollte wissen, wie ich Kompott in der Mikrowelle koche. Eigentlich wäre das in weniger als einer Minute erklärt, also, zumindest, wenn man von diesem Planeten stammt. Sie parkte, dann kam die nächste Frage...

"Wie machst du denn deinen Kompott?"
"Ich schäle ein oder zwei Äpfel..."
"Welche Sorte nimmst du?"
"Am liebsten Boskoop, aber du kannst auch alle anderen Backäpfel nehmen."
"Und dann? Nach dem Schälen?"
"Schneide ich die Äpfel in Spalten...
"Wie du mir die schonmal zum Naschen schneidest?"
"Ja. Genau, vielleicht etwas dünner."
"Wie dünn?"
"So einen halben Zentimeter dick höchstens. Naja, auf jeden Fall schichte ich die Spalten dann in eine Schüssel..."
"Kann ich da meine großen weißen Porzellanschüsseln nehmen? Die blaue und die weiße? Da mach ich auch den Bratapfel drin, also weil die so hoch sind, dass der Apfel reinpasst und die Abdeckhaube drauf liegt ohne den Apfel zu berühren."
"Ich nehme immer diese flachen Schüsselchen die wir mal bei Ikea gekauft haben. Da schichte ich dann halt die Apfelspalten rein und nach jeder Schicht dann ein bisschen Honig und Zimt."
"Honig? Haben wir noch welchen von meinem Vater?"
"Nicht mehr viel."
"Und ich bringe immer keinen mit, weil ich denke, wir haben zuhause noch viel."
"Es muss nicht immer Honig dran, kommt drauf an wie gut die Äpfel sind. Auf jeden Fall schichte ich dann also alle Spalten mit Zimt und Honig auf und dann mache ich Frischhaltefolie ..."
"Ich mag das nicht. Ich hab immer Angst, dass die Folie da was ausschwitzt. Sind da nicht Schadstoffe drin? Die wird in der Mikrowelle immer so weich. Sind da nicht giftige Weichmacher drin?"

"Du kannst ja auch die Schale in einen Gefrierbeutel tun oder die Haube benutzen."
"Ich finde das eklig mit dem Plastik. Da nehm ich dann lieber die Haube. Die ist doch dicht genug oder?"
"Ja, die tut es auch. Der Apfel braucht so 4 bis 5 Minuten in der Mikowelle und...
"So kurz? Ich hab meinen Bratapfel 8 Minuten gemacht."
"5 Minuten reichen. Danach rühre ich nur noch einmal um und dann ist der Kompott fertig."
"Und wenn du nicht rührst?"
"Dann ist kannst du die Apfelspalten einzeln essen und es ist nicht ganz so weich wie nach dem umrühen."
"Das geht ja schnell, aber dann reicht bei meinem Bratapfel ja auch so 6 Minuten."

An diese Stelle wollte sie dann endlich den geparkten Wagen verlassen, allerdings ging ihr in diesem Moment auf, dass es inzwischen bereits nach 19 Uhr war und demnach die Apotheke jetzt geschlossen hatte. Trotzdem sprang sie aus dem Wagen, scheiterte am Hebel des Sitzes und brüllte mich an, nach ihrer Handtasche auf dem Rücksitz zu angeln und rannte dann mit der mir aus der Hand gerissenen Tasche die knapp 10 Meter zur Apothekentüre.

Natürlich vergeblich und nun ratet mal, wer dafür angebrüllt wurde und wem die Schuld daran zukommt, dass sie sich mit mir verquatscht hatte...

Ich konnte nicht anders und brach in Gelächter aus. Es tat mir ja auch leid, aber es war so typisch für sie, dass ich einfach nicht anders konnte, als zu lachen. Dass der Rest des Einkaufes nicht vollkommen unharmonisch gelaufen ist, liegt nur an der Tatsache, dass sie noch meine Hilfe braucht... aber das wird sicher Inhalt der nächsten Geschichte...

Freitag, 17. April 2015

Definieren Sie "URLAUB"

Donnerstag: 
 
Fahrt nach Kamen. Mehrstündiger Einkauf bei IKEA. Ankunft in Münster-Amelsbüren um 21 Uhr. Aufstellen der mitgebrachten Pflanzen. Verteilung der gekauften Übertöpfe für bereits vohandenes Zimmergrün.

Freitag: 

Einkaufen in Hiltrup. Anschließendes Aufbauen der gekauften IKEA-Möbel. Befestigen von abgefallenen Leisten. Bohren. Versuch des Aufhängens einer Garderobe. Fahrt in den toom Baumarkt nach Hiltrup. Besichtigung des Baumarktes in seiner vollen Ausdehnung. Kauf von zwei einzelnen Schrauben um die Garderobe anbringen zu können. Fahrt nach Amelsbüren. Aufhängen der Garderobe.

Samstag: 

Fahrt nach Münster City. (Details: http://co-habitantin.blogspot.de/2015/04/reise-den-rand-des-wahnsinns.html ) Heimfahrt nach Amelsbüren.

Sonntag: 

Zuschneiden von Bildern. Rahmen diverser Bilder. Herrichten diverser Dekorationsobjekte. Positionierung der Objekte. Mehrfach. Versehen der vorhandenen Stühle mit Sitzpolstern. Zuschnitt von Antirutschmatten. Befestigung loser Armlehnen an der Couch. Aufhängen eines Spiegels.

Montag:
 
Aufhängen der vorbereiteten Bilder als Gruppe. Putzen der großen Dachfenster in der Wohnung. Anbringen eines Wandbildes. Anbringen eines Kalenderhakens. Aufkleben dreier Korkuntersetzer als Pinwand. Nochmaliges Putzen unter ihrer Aufsicht, damit sie zukünftig auch ohne Hilfe die Fenster putzen kann.

Dienstag:
   
Heimfahrt. Mit Zwischenstopp. Ankunft gegen Mitternacht

 

          SIE: Und? Wie war dein Urlaub?

          ICH: Welcher Urlaub?

Reise an den Rand des Wahnsinns

Bevor ich meine Geschichte beginne, möchte ich als erstes die Stadt Münster in Schutz nehmen. Sie mag ein bisschen provinziell sein und sich einer Altstadt rühmen, die in ihrem heutigen "mittelalterlichen" Dasein den 50er Jahren entstammt, aber sie ist sicher eine Reise wert und hat mehr als eine sehenswerte Ecke. 

Wenn man allerdings Münster mit einer Außerirdischen besucht, färbt sich dieses generell angenehme Bild schnell in den schillernden Farben des Wahnsinns. Ich war mit ihr in Münster, aber das hatte weniger damit zu tun, dass sie mir die Stadt zeigen wollte, es ging mehr darum, dass ich ihr beibringen sollte, was sie anderen in der Stadt zeigen könnte. Ihre Kaffetantentruppe aus ehemaligen Mitarbeiterinnen hat sich nämlich spontan selbst zu einem Besuch in Münster eingeladen.

Nun, dann also auf in die Münsteraner Innenstadt. Mit der Eurobahn. Natürlich nicht, ohne mir in den 6 Minuten Fahrtzeit das gesamte Streckennetz inklusive aller erhältlichen Ticket-Tarife erklären lassen zu müssen. Der Hauptbahnhof in Münster ist momentan ein großes Loch vor den Gleisen und Bahnsteigen. Er wird gerade mehr oder weniger vollständig abgerissen und modern neu errichtet. Vor dem Bahnhof befinden sich an der mehrspurigen Hauptstraße diverse Bushaltestellen, aber bei deren erstem Anblick war mir noch nicht bewusst, wie sehr das meinen Tag noch bestimmen würde.

Wir spazierten also langsam in Richtung Touristen-Info, wo wir uns mit allen denkbaren Flyern, Stadtführern und Sehenswürdigkeits-Auflistungen ausrüsten ließen und gleich noch ein Kilo gleicher Broschüren auf Vorrat mitnahmen, damit diese dann für die Kaffeefahrt ihrer ehemaligen Arbeitskolleginnen auch direkt am Bahnhof schon bereit stünden. Vorerst schleppte sie die ja mit sich herum, also beachtete ich das gar nicht weiter.

Weiter ging es zum Domplatz auf dem "jeden Samstag ein sehenswerter Wochenmarkt stattfindet" und wer mich kennt, der weiß, wie sehr ich solche Menschenmassen, die sich durch zugestellte Gänge drängen, quälen und wurschteln, hasse. Der Markt hat sicher seine Reize und ja, ich fand ihn auch als Startpunkt für ihren Damenrunde ganz okay, aber ich hätte zu gerne darauf verzichtet, alle - ja, wirklich alle - Gänge mit Gemüse, Fleisch, Wurst, Fisch, Blumen und sogar lebenden Tieren abzugehen. Nur mit Mühe konnte ich sie dazu überreden, dann endlich das eigentliche Ziel zu betreten: den Münsteraner Dom.

An sich eine nette Kirche, bunter Mix aus Romanik und Gotik mit einigen sehr schönen Figuren und einer unglaublich interessanten astrologischen Uhr, die jeden Tag ein Glockenspiel mit Figurenumlauf präsentiert. Sollte man sich wirklich ansehen und wurde demnach auch sofort als einer der Punkte auf ihrer angestrebten Stadtführung vermerkt. Zeitlich sollte das der Start werden. Von dort aus hatte ich ihr - sie kann sowas einfach nicht -  einen kleinen, nicht allzu aufwändigen Rundgang durch die Altstadt aus den diversen Broschüren und Flyern zurechtgeschustert und führte sie von Kirche zu Kirche. Davon hat Münster wirklich einige und man muss zugeben, dass die meisten wirklich einen Zwischenstopp wert sind.

Entlang des Weges gab es auch Münsters bekanntestes Barockbauwerk, den Erbdrostenhof. Ihm direkt gegenüber gibt es eine kleine Burgerbraterei und eine klassische Konditorei mit gemütlichem Café. Zeitlich genau richtig für ein kleines Mittagessen. Nicht für uns, wir hatten bereits auf dem Markt gegessen, was ich euch tatsächlich nur unterschlagen habe, weil es den Rahmen sonst wahrhaftig sprengen würde. Sie wollte unbedingt die Speisekarte studieren und außerdem, wie lange hatten wir hierher gebraucht? Würde das in den Zeitplan passen? Wirklich? War ich mir da sicher? Die Zeit, die ich dazu brauchte, sie davon zu überzeugen, hätte locker ausgereicht einen Burger zu essen.

Nun, da es endlich weiter gehen konnte (glaubt ja nicht, dass sie am Ende des Tages auch nur ein einziges Gericht auf der Speisekarte noch hätte nennen können) hatte ich eine besondere Überraschung für sie, denn am Ende der Salzstraße gibt es ein bronzenes Miniaturmodell der Stadt für Blinde. Sie musste natürlich erstmal wissen, wo auf dem Plan wir denn nun stehen würden, wo wir gestartet waren und welche Wege wir gegangen waren und wo es noch lang gehen würde. Sie ist nicht blind, aber sie musste natürlich alle Gebäude mal abtasten. Schmecken, riechen, fühlen. Ohne kommt man nicht mal an einem Stadtplan vorbei.

Von dort aus ging es dann zu einer kleinen gotischen Kirche mit einem herrlichen geschnitzen Flügelaltar. Der Höhepunkt lag aber noch einige Meter weiter, denn dort befindet sich die Clemenskirche. Von außen ein unscheinbarer Backsteinbau in Rot, weist nur die Kuppel mit aufsitzender Laterne darauf hin, dass es hier wohl etwas zu entdecken gibt. Ich führte sie die wenigen Stufen zu der schmucklosen Holztüre und ließ sie eintreten. Ich wusste, dass sie das umwerfen würde. Ich genoss wirklich, dass sie einige Minuten absolut sprachlos an die Decke und Wände der reich verzierten Barockkapelle sah. Von leuchtenden Farben und vergoldeten Roccaillen fast erschlagen stand sie mit dem Kopf im Nacken am Gitter, das den Kirchenraum abschloss.

Das würde auch bei ihren Kaffeekolleginnen ankommen, da war ich mir sicher. Von dort aus ging es dann noch auf den Prinzipalmarkt und in die Münster-Arkaden. Damit sollte die Tour enden. Also zumindest die mit ihren Ex-Kolleginnen. Ein bisschen Shopping und Sightseeing und dann ab zurück zum Bahnhof und nach Hause. Tja, ich bin manchmal wirklich naiv zu glauben, dass ein Tag so reibungslos laufen kann. Wir waren ja erst gute 4 Stunden durch die Stadt gelaufen. 

Wenn sie denn nun keine Lust auf Stadt hätten? Wenn das Wetter nicht gut war? Wenn es zu gut war? Was dann? Ich lächte. Und was wenn die Welt untergeht oder Münster vom Erdbden verschluckt wird? Manchmal kann sie mich fertig machen. Also wanderten wir zum Aegidiplatz, um dort einen Bus zu nehmen. Zwei Stationen zum Aasee. Falls gutes Wetter wäre. Da könne man ja dann was essen und um den See wandern. Am Aasee-Ufer gibt es einen Bootsverleih, die Haltstelle für den Wasserbus (ein Solarboot, das einmal längs durch den See zum Alwetterzoo fährt) und wie lange bräuchte man wohl um um den See zu wandern? Das galt es als wichtigstes zu erforschen.

Also spazierten wir am Ufer entlang. Nicht zu schnell, denn einige ihrer Kaffeetanten sind schon jenseits der Rente und nicht mehr so fit auf dem Fuß. Gemütlich wanderten wir nach Stunden wandern durch die Innenstadt auch noch um den See. Zumindest um ein Viertel des Sees. Und weil die Sonne so schön schien, setzten wir uns auf ein Parkbank und ließen uns von den Strahlen wärmen. Bis ihr panisch einfiel, dass sie nicht auf die Uhr gesehen hatte. Oh mein Gott, wie lange hatten wir hier gesessen? Waren wir 15 Minuten bis hier gelaufen der waren es 20? Hatten wir 5 Minuten gesessen oder länger? Den Tränen nahe fluchte sie und schimpfte mit mir, weil ich das nicht bedacht hatte.

Mir ging das dermaßen an meinem süßen Hinterteil vorbei, aber da ich die aufkeimende Panik in ihren Augen sah, verkniff ich mir jeden bissigen Kommentar und beruhigte sie, dass wir sicher nicht länger als 5 Minuten gesessen hätten. Sicher? Wirklich? Aber war das nich zu kurz? Da war doch so eine Ente gewesen (ein Haubentaucher, keine Ente!) und die hatte ein Nest gebaut und hatten wir da nicht länger als 5 Minuten zugesehen? Ich redete mir den Mund fusselig, bis sie mir glaubte und wir unseren Spaziergang fortsetzen konnten. Wir wanderten bis hinter die Brücke, die den Aasee ziemlich genau in der Mitte überquert.

Hier gab es dann alternativ, falls die Stadt und der See wider Erwarten nicht ausreichen sollten, noch ein Freilichtmuseum und den Allwetterzoo, der auch bei schlechtem Wetter als Ziel taugen würde. Ich war erleichtert, dass wir das beides nicht auch noch besuchen mussten. Die Sonne war inzwischen hinter dichten Wolken verschwunden. Es wurde dunkel und kalt, was ich dazu nutzte, sie zu einer Bushaltestelle zu dirigieren, von der aus wir in die Innenstadt zurück fahren könnten. Der nächste Bus kam weniger als eine Minute später und wir landeten glücklich (also zumindest was mich betraf) wieder am Bahnhof.

Wir strandeten an einer der Bushaltestellen, die ich weiter oben schon erwähnt hatte. Sie musste sofort nachsehen, welche Haltestelle sie denn nehmen müsse, um den Bus zu der Stelle zu nehmen, von der wir losgefahren waren. Ihrer Logik nach musste die auf der anderen Straßenseite liegen. Tat sie aber nicht. Der Bus hielt nur auf unserer Seite. Aber das könne ja gar nicht sein. Ich zeigte ihr den Haltestellenplan, an dem man sehen konnte, an welcher Stelle welcher Bus mit welcher Fahrtrichtung halten würde und der Bus der Linie 3 kam nur einmal auf dem Plan vor. Nein, der Plan muss falsch sein. Der muss zweimal vorkommen.

Tat er aber nicht, was mir auch einleuchtete, hatte ich mir doch inzwischen das Liniennetz angesehen und festgestellt, dass diese Linie hier endete oder auch begann. Warum als sollte sie dann zwei Haltestellen haben? Irgendwie gelang es mir nicht, ihr das klar zu machen. Sie weigerte sich etwas als wahr anzunehmen, das so gar nicht in ihr Weltbild passte. Ich versuchte in aller Ruhe ihr zu erklären, warum es diesen Bus nur einmal gab, aber sie verstand das nicht. Inzwischen schauten uns schon die umstehenden Menschen an, weil sie dazu übergegangen war, mich anzuschreien. Ich versuchte nicht zu lächeln oder zu grinsen und ließ sie Zeter und Mordio schreien bis ihr die Luft ausging.

Dann versuchte ich es noch einmal mit einer Erklärung, kam aber über die ersten zwei Worte nicht hinaus, zuckte mit den Schultern, drehte mich um und wanderte langsam in Richtung Bahnhof. Sie rief mir hinterher, aber ich ging einfach weiter. Es gibt einfach einen Punkt, an dem es keinen Sinn mehr macht, ihr noch etwas erklären zu wollen. Bis heute ist sie sich sicher, ich habe sie mit dem Fahrplan der Linie 3 angelogen um meine Ruhe zu haben. Hätte ich das mal getan. Das wäre sicher einfacher gewesen.

Um halb neun waren wir dann endlich wieder bei ihr in der Wohnung angekommen, wo ich ihr unseren Weg durch die Stadt in einem kleinen Stadtplan einzeichnen musste, bevor sie endlich halbwegs zufrieden war. Natürlich inklusive der Stellen, an denen es etwas zu sehen gab und auch was es dort zu sehen gab und wo sie Informationen dazu finden konnte. Es war so gegen 21 Uhr, als ich den Stift weglegte. Ich bin ein unglaublich gelassener Mensch, denn ich hab sie nicht erschlagen, als sie mich anlächelte und fragte: Und? Wie hat dir unser Tag in Münster gefallen? Ist doch ein schöner Urlaub, oder?

Sonntag, 5. April 2015

Der theoretische Käse

Manchmal muss ich wirklich an mich halten, um nicht in schallendes Gelächter auszubrechen. Auch wenn ich eigentlich immer gleich verstehe, worauf sie hinaus will - wahrscheinlich angeborenes intergalakties Sprachtalent oder so - würde sie die meisten Menschen zur Verzweiflung bringen mit ihren verwirrenden Aussagen.

Donnerstag beim Einkauf habe ich Käse mitgenommen. Ziegenkäse. Daraus mache ich eine leckere Soße für meinen Brokkoli. Nun, eigentlich täte das hier nichts zur Sache, aber das wird gleich noch einen Sinn ergeben, versprochen.

Nach dem Einkauf saßen wir im Auto auf dem Weg nach Hause. An der roten Ampel dreht sie sich zu mir um: "Du hast Ziegenkäse gekauft, hab ich gesehen. Ich wollte noch sagen, es ist ein theoretischer Ziegenkäse im Rucksack." Intuitiv war mir schon klar, was sie meinte, aber die Formulierung ist echt einzigartig.

Und sie ließe einigen Raum für Spekulationen, denn entweder

1. der Käse hat ein Problem mit seiner Selbstwahrnehmung und ist sich einfach nicht sicher, ob er ein Käse ist oder nicht,

oder

2. der Käse war vor seinem in den Rucksack gepackt werden noch eine Flasche Ziegenmilch,

am wahrscheinlichsten war aber,

3. dass sie sich nicht zu 100% sicher war, den Käse tatsächlich in den Rucksack gepackt zu haben, bevor sie aus Münster hier her kam.

Es war natürlich Punkt 3. Der Ziegenkäse war aber tatsächlich in besagter Rückentragetasche und das, obwohl sie ihre Theorien nicht immer erfolgreich in die Praxis umsetzen kann. Ein theoretischer Büffelmozzarella hatte es nämlich vor nicht allzu langer Zeit nicht aus dem Kühlschrank in den Rucksack geschafft...


Dienstag, 17. März 2015

Das Problem mit der Sternenzeit...

Meine Außerirdische stammt nicht nur von einem anderen Planeten, sie scheint auch eine andere Zeitrechnung zu verwenden. Wie ich drauf komme? Nun, das kommt daher:

Wir hatten vor, den heutigen Montag zu nutzen, um in den Niederlanden einkaufen zu gehen. Doch ich muss früher anfangen, mit dem gestrigen Abend.

Sie: Wann willst du fahren?

Ich: Ist mir egal, ich richte mich da ganz nach dir.

Sie: Mir ist es auch egal, also sag du wann wir fahren!

Ich: Möglichst früh, ich soll ja noch dein Essen für die Woche kochen.

Sie: Ich muss morgen noch zum Arzt.

Ich: Dann machen wir es doch so: du stehst auf und gehst zum Arzt. Weck mich wenn du gehst, dann mach ich mich fertig und wenn du dann zurück kommst fahren wir los.

Sie: Gut. Ich geh dann jetzt ins Bett.

So weit so gut. Ich hab dann meinen Film noch zuende gesehen und bin auch ins Bett, in dem Glauben, dass wir einen Ablauf für den kommendn Tag vereinbart haben. Vielleicht lässt sich das Gespräch noch anders deuten, aber für mich sah das etwas so aus: 7:00 Uhr aufstehen, 8:00 Uhr mich wecken und zum Arzt gehen, 9:00 Uhr oder 9:30 Uhr machen wir uns dann auf den Weg nach Holland...

Heute morgen um 9:00 Uhr wurde ich geweckt. In aller Ruhe machte ich mich auf den Weg ins Bad. Eine halbe Stunde später war ich dann fertig und wollte mich anziehen. Etwas verdutzt stellte ich fest, dass sie schon im Wohnzimmer saß. Ich wünschte ihr einen guten Morgen, was sie mit einem: "Ich warte mit dem Frühstück auf dich!" beantwortete. Ich dachte mir, sie hat vielleicht frische Brötchen mitgebracht und freute mich schon ein bisschen. Als ich allerdings fertig für den Ausflug angezogen in die Küche kam, waren keine Brötchen zu finden.

Es war gar nichts vorbereitet. Das musste ich machen. Gesagt hatte sie "Ich warte mit dem Frühstück auf dich!" gemeint hatte sie aber wohl "Ich warte drauf, dass du mir Frühstück machst". Sie hat scheinbar noch immer Probleme mit der menschlichen Ausdrucksweise. Ich machte also Kaffee und stellte Brot und Belag raus, schmierte mir ein Brot und musste auch ihr eins machen.

Meinen inneren Buddha kennt ihr ja schon. Ist echt eine praktische Sache, wenn man eine Außerirdische um sich hat. Macht das Leben sehr viel leichter! Ich setzte mich also zum Frühstück zu ihr und genoss den heißen Kaffee und ein Brot mit Rotwurst. Sie las derweil die Zeitung und fand dort in einem Prospekt etwas, das sie sich genauer ansehen wollte. Also auf jeden Fall bevor wir nach Holland fuhren.

Inzwischen war es nach 10:00 Uhr und sie war mit Frühstück und Zeitung nicht fertig. Außerdem musste sie noch mal nach der Wäsche sehen und dann noch etwas suchen. Und natürlich auch noch mal aufs Klo bevor wir los konnten. Alles in Allem waren es dann 10:45 Uhr bis sie fertig war. Und dann ging es endlich los. Um 11:00 Uhr saßen wir dann im Auto und fuhren.... zum Arzt !?!

Ernsthaft. Und da die Straße in der sie gewöhnlich parkt momentan eine Baustelle ist, fuhren wir einmal mit der Kirche ums Dorf und einige Umwege bis auf den Hinterhof ihres Hausarztes. Immerhin musste sie nur ein Rezept abholen. Aber auch so war es nach halb Zwölf bevor wir uns dann auf den Weg machen konnten.... nach Thomas Philipps !?!

Da hatte sie beim Frühstück im Prospekt einen Hocker entdeckt, der zwar gar nicht in ihre Wohnung passen würde, aber den sie sich trotzdem genauer ansehen wollte. Aber bis wir den dann gefunden hatten, waren da noch ungefähr 30 andere Regale im Weg, die erst überwunden werden mussten. Irgendwo auf diesem Hindernisparcours hatte ich ihr zugesagt, sie in Münster zu besuchen und ihr bei der Dekoration im Wohnzimmer zu unterstützen.

Wie mir das passieren konnte ist mir bis jetzt nicht richtig klar. Nun, der Hocker war - wie schon erwartet - absolut unbrauchbar. Stattdessen kaufte sie einen Kaffeelöffel, mit dem man gleichzeitig auch die Kaffeepackung wieder verschließen konnte. Solch skurile Werkzeuge scheint sie zu sammeln. Damit war zumindest ihr Jagdtrieb befriedigt und wir konnten den Laden verlassen, ohne auch noch die restlichen 90 Regale abzugrasen. Manchmal meint es das Kharma auch gut mit mir. Oder das Miststück versucht ich mich in Sicherheit zu wiegen.

Also dann mal auf zum Auto. Das hatte sich in der Frühlingssonne so herrlich aufgeheizt. Was allerdings nichts daran änderte, dass sie die Heizung bis zum Anschlag aufgedreht ließ. Ich wurde schon angebrüllt, als meine Hand nur andeutungsweise zur Kurbel des Fensters zuckte. Aber wenigstens waren wir auf dem Weg.... zur Apotheke!?!

Ja, denn sie hatte doch beim Arzt doch ein Rezept geholt. Also auf zum Marktforum und der dort befindlichen Easy-Apotheke. Einmal quer durch die Stadt jucheeeee! Aber immerhin immer westwärts, was für eine Fahrt nach Holland schonmal die richtige Richtung ist. Den Parkplatz der Apotheke verließen wir dann um 12:21 Uhr und dann ging es.... endlich nach Holland!

Allerdings hat sie die richtige Ausfahrt auf der Autobahn verpasst. Man überholt ja auch 500 Meter vor der Ausfahrt noch schnell drei LKW. Was für ein Glück, dass ich ein wandelndes Navigationsgerät bin und uns quasi von hinten an unser Ziel heranlotsen konnte. War ein kleiner Umweg von ein paar Kilometern, aber daran gewöhnt man sich in den Jahren einfach. Passiert ja öfter mal.
Wir waren dann tatsächlich um 13:00 Uhr in Holland.

Ich konnte sie mit einiger Mühe überreden, nur ein Parkticket bis 15 Uhr zu ziehen. Zu mehr war ich nicht mehr fähig. Die schrecklichen Einzelheiten der folgenden 2 Stunden erspare ich euch lieber. Das Ende des Ausfluges brachte mir eine Tüte mit 350 Kaffepads und einen neuen Hut.... (musste mich ja für meine Tapferkeit und Geduld irgendwie belohnen) 

Und jetzt werde ich mich dran machen, ihr noch für die Woche zu kochen.

Montag, 2. März 2015

Willkommen in der Welt der Waschsalons

Lange bin ich verschont geblieben, aber vorgestern erreichte mich eine Mail, dass ich mich dringend bei meiner Außerirdischen zu melden hätte. Sie hat ja einige Zeit ihren Außenposten im beschaulichen Münster nicht verlassen um mich zu pisacken und wollte mal ein bisschen Nachrichten aus der Heimat hören.

Das Telefonat dauerte satte 2 Stunden, 47 Minuten und 37 Sekunden. Es brachte mir nichts mehr als feuchte Ohren (vom lange den Höhrer ans Ohr halten) und eine ganze Reihe von Aufgaben. Ach ja und viel zu viele Informationen, auf deren Kenntnis ich gerne auch hätte verzichten können.

Scheinbar ist die Kontaktaufnahme zur örtlichen Bevölkerung nicht gelungen, jedenfalls würde ich das aus ihrem gesteigerten Redebedürfnis schließen. All die aufgestauten Wörter, die unweigerlich raus mussten. Dabei hat sie auch sonst schon eine Wörter-pro-Minute-Taktung, die einen wie ein Tsunami von den Beinen reißen kann.

Außerdem fehlt ihr in Münster eine Waschmaschine. Nun, es ist eine Studentenstadt, also wird es sicher einen Waschsalon geben. Ich hatte es ausgesprochen, bevor ich auch nur über die Konsequenzen nachgedacht hatte. Demnach war dann meine erste Aufgabe für sie einen Waschsalon zu finden und ihr per Mail die Preise zu schicken. Impliziert enthielt dieser Auftrag auch den Wunsch, von mir eine Empfehlung zu bekommen.

Dann erzählte sie, dass sie mal wieder Fahrrad fahren wolle. Sie hat ein Fahrrad, das bei uns im Keller steht. Seit Jahren! Ungefahren! Dementsprechend dürfte es aussehen. Aber das soll ich doch bitte ausmessen, damit sie weiß, ob sie es in ihren Kofferraum bekommt. Also werde ich auch noch mit dem Maßband in den Keller wanderen und da - sicher zum Vergnügen der Nachbarschaft - ein genaue Messung vornehmen und alles schön ordentlich schriftlich festhalten.

Sie hat übrigens inzwischen eine Mail mit den Preislisten diverser Waschsalons in ihrer Nähe von mir bekommen. Ich kenne mich jetzt also auch in der Waschsalon-Szene im westfälischen Münster aus...

Samstag, 17. Januar 2015

Außerirdische in der Abseits-Falle

An diesem Wochenende musste meine Außerirdische auf dem Weg von Münster noch einen Zwischenstopp am Flughafen Köln/Bonn einlegen, um dort ihre Mama abzuholen und dann nach Aachen zu bringen.

Montag letzter Woche erreichte mich also eine Mail:

SIE: "Kannst du mir sagen, wo ich am Flughafen am besten parken kann?"

Meine spontane Antwort wäre "im Parkhaus" gewesen. Allerdings wusste ich, dass mir das nur Scherereien machen würde, wenn ich es jetzt so einfach schreiben würde. Ich versuchte also erst einmal ein paar zusätzliche Informationen zu bekommen:

ICH: "Wenn du mir sagst, an welchem Terminal deine Mama landet, kann ich dir sagen, wo du besten parken kannst."

Die Antwort kam prompt.

SIE: "Sie kommt mit Germanwings. Um 17:15 Uhr"

Genau die Information nach der ich gefragt hatte. Ich wäre von ihr bei so einer Antwort wahrscheinlich ohne Vorwarnung erschossen worden. Aber zumindest hatte ich jetzt genug Anhaltspunkte, mir meine Antworten selbst zu erarbeiten. So fand ich dann auf der Internetseite des Flughafens heraus, dass es Terminal 1, Bereich B sein müsste.

Als nächstes dann also im Lageplan nachgesehen, erstmal, wo der Bereich B im Terminal 1 innerhalb des Gebäudes liegt und dann nachgesehen, welches Parkhaus denn das nächste war. P1 schimpft es sich und liegt zentral in der Mitte des U-Förmigen Flughafenkomplexes.

ICH: "Deine Mama kommt an Terminal 1, Bereich B an, also würde ich sagen, P1 ist das nächste, kostet 4,50 € je angefangene Stunde."

Zurück kam eine Minimal-Mail.

SIE: "Okay. Danke."

Ich dachte eigentlich, ich wäre ganz raus aus der Sache. Aber dieses Gefühl hielt nur bis Mittwoch. Denn da kam die nächste Mail.

SIE: "Kannst du mir bitte eine Mail schreiben, mit der Beschreibung, wie ich zu dem Parkhaus komme?"

Ja, konnte ich. Ich habe mir sogar sehr, sehr, sehr viel Mühe gegeben, ihre bekannten Schwachstellen zu berücksichtigen.

ICH: "Also, deine Mama wird an Terminal 1, Bereich B ankommen, das ist das Mittelgebäude. Demnach ist Parkhaus P1 das nächste. Am besten folgst du den Schildern zur Ankunft und fährst dann dort in das Parkhaus ein. Es gibt mehrere Einfahrten, wenn du die erste nicht erwischst, dann muss du die zweite nehmen. Halte dich in jedem Falle links, also abseits des Flughafen-Gebäudes. Die Zufahrten sind ausgeschlidert."
Ich kenne ja ihre Probleme mit rechts und links. Beides völlig unverständlich für sie, daher dachte ich, schreib ihr, dass sie die Spur nehmen muss, die am weitesten vom Gebäude entfernt ist. LINKS, ABSEITS DES GEBÄUDES. Es war reine Freundlichkeit und Voraussicht, das getan zu haben. 
Allerdings musste ich dann gestern lernen, dass ich mir diese Bemerkung auch hätte sparen können. Hier also unsere Unterhaltung vom späten Freitag Abend:

Sie: "Ich hab an der falschen Stelle geparkt."
Ich: "Warum?"
Sie: "Ich bin zu spät nach innen gefahren."
Ich: "Aber ich hatte dir doch geschrieben, du sollst dich links halten."
Sie: "Ja, links abseits des Gebäudes."
Ich: "Genau."
Sie: "Aber ich fahre doch immer links von den Gebäuden, sonst wäre ich doch ein Geisterfahrer."
Ich: "Ich meinte auf der Straße..."
Sie: "Aber das mach ich doch auf allen Straßen so!"
Ich: "Nein, ich meinte, auf der Straße am Flughafen..."
Sie: "Überall!"
Ich: "Wenn du auf der Straße am Flughafen bist, solltest du dich links halten."
Sie: "Nein, abseits des Gebäudes hast du gesagt."
Ich: "Ja, das ist dann links vom Gebäude."

Sie: "Aber ich bin doch immer links von den Häusern."
Ich: "Ich meine von den drei Spuren vor dem Gebäude solltest du die linke nehmen."
Sie: "Ich hab die mittlere genommen. Ich war mir nicht sicher, ob ich links soll."
Ich: "Deshalb hab ich geschrieben, das Parkhaus ist in der Mitte und du sollst links fahren!"
Sie: "Bin ich doch. Man fährt da gegen den Urzeigersinn. Also links."
Ich: "Damit du nicht nachdenken musst, wo rechts oder links ist, dachte ich, ich schreibe dir, du solltest dich abseits des Gebäudes halten. Abseits bedeutet die Spur die am weitesten vom Gebäude weg ist, abseits des Gebäudes!"
Sie: "Das hat mich verwirrt. Ich dachte, was willst du von mir, ich bin doch immer abseits des Gebäudes."
Ich: "Wo du parken wolltest ist es abseits, es ist doch die andere Seite der Straße."
Sie: "Das ist eine Einbahnstraße, die hat keine andere Seite."
Ich: "Abseits bedeutet nicht an der Seite des Gebäudes, sondern weg davon. Also nicht dran, sondern entfernt davon."

Sie: "Ach so. Und das Abseits beim Fußball? Ist das das gleiche Wort?"
Ich: "Ja."

Sie: "Aber was heißt das dann?"
Ich: "Der Spieler im Abseits befindet sich hinter einer gedachten Linie in Höhe des letzten Gegenspielers, also quasi abseits dieser Linie."
Sie: "Und deshalb heißt das Abseits?"
Ich: "Ja." 
Ich gebe ja zu, dass die Deutsche Sprache nicht ganz einfach ist und ich muss auch eingestehen, dass das Wort "abseits" als Orts- und Richtungsangabe nicht mehr täglich in Gebrauch ist, aber war das jetzt wirklich so unverständlich???







Montag, 12. Januar 2015

Außerirdische Bettgeschichten

Uh...


ja, da, genau...


tiefer...


ooooohhhhh...


ist das gut....
mehr rüber!

jaaaaa!


Kannst du...
... uh, ahhhh, besser!


Mach mal was feuchter.


Ahhhh...


da, weiter....


...hmmmmmm...


Ha, das ist der... oh... Punkt...


ja.... oohhh


... genau da!



Mach da nochmal mehr!
 

Ah. Tut das gut. Uhhhhh


Ohhhhh! Ahhhhh!


Ja.



Und jetzt an der anderen Seite.



Fester. Nur ein bisschen. Ahhhh...


Ist das gut!


Oooooh....



Dann durfte ich die Watten weglegen, den Franzbranntwein wieder zuschrauben und ihr Schlafzimmer verlassen. Ihr habt doch jetzt nicht tatsächlich gedacht... ihr seid ja echt verdorben! Schämt euch.










Dienstag, 25. November 2014

Sprachliche Feinheiten (Ein kleines Ratespiel)

Freitag Abend kurz vor 21 Uhr wurde ich dazu aufgefordert, meine Außerirdische hochzuhenkeln.




Ich sitze hier gerade mit einem extrem breiten Lächeln und kann euch denken hören. ;-) Was habe ich da wohl tun müssen? Hochhenkeln. Also mit einer Kaffeetasse hat es nichts zu tun. So viel sei schon einmal verraten. Dass sie nicht unbedingt den Eindruck erweckt, immer alle Tassen im Schrank zu haben, ist zwar naheliegend, hat aber mit dem gesuchten Begriff nichts zu tun.

Und auch der Scherz mit der fliegenden Untertasse hat dem ein oder anderen von euch sicher schon auf der Zunge gelegen und trifft es doch absolut nicht. Natürlich könnte ich jetzt einfach eine kleine Geschichte draus machen, heute bin ich aber mal ein bisschen fordernder: ich lasse euch rätseln.

        Ich habe tatsächlich hochgehenkelt.

Womit schon einmal klar ist, dass damit eine bestimmte Tätigkeit gemeint ist. Dann strengt euer Hirn mal an. Einen wichtigen Hinweis findet ihr bereits in der Einleitung. Na? Klingelt es schon? Was machen wir denn gewöhnlich Freitags, nach ihrer Ankunft?

Bei einigen höre ich den Groschen schon fallen. Sicher, wir gehen Einkaufen. Und damit wird wohl auch klar sein, welcher behenkelte Gegenstand beim Hochenkeln eine Rolle spielen könnte. Na? Ja, eine Tragetasche. Und zwar eine ganz bestimmte. Es geht nämlich um eine kleine IKEA-Tasche, die ja - für alle, die solch eine Tasche nicht ihre Eigen nennen, hier kurz erklärt - gleich doppelt bedacht wurde, als der Designer an die Verteilung der benötigten Tragevorrichtungen ging.

Ja, besagte Tasche besitzt 2 Paar Henkel. Einmal kurze Henkel für die Hand und dann noch einmal lange Henkel für die Schultern. Ha, ich kann hören, wie es hinter der Stirn einiger Leser gerade rattert. Ich glaube, ihr seid nahe dran, aber es ist nicht der Wechsel von kurzem zu langem Henkel, denn das wäre dann wohl eher umhenkeln und nicht hochhenkeln.

Ich amüsiere ich gerade sehr, wie ihr merkt. Tja, so schnell kann es gehen, denn bisher wart ihr ja eher in der Position über meine Situation zu schmunzeln. Aber ich habe ja Mitleid mit euch und löse das Ganze mal auf: hochhenkeln ist der außerirdische Ausdruck für das Hochwuchten des Schultergurtes der zu schwer geratenen Tasche auf die Schulter meiner Außerirdischen...

Da wärt hier nie drauf gekommen oder?

Die Toys'r'us-Odyssee

Ich hätte es besser wissen müssen.

Ja, ich hätte einfach nur nein sagen müssen. Aber das ist ein Wort, das ich aus reiner Nächstenliebe äußerst selten benutze. Als wir uns also am Freitag direkt nach ihrer unverhofft frühen Landung auf den Weg zum Einkauf machten, hätte ich ihre Frage, ob wir auch mal in den Spielzeugladen fahren könnten einfach mit nein beantworten können. Warum um Himmels Willen habe ich es nicht getan?

Also rein ins Auto, angeschnallt und los ging es. Wir waren noch nicht vom Parkplatz gerollt, als sie mir sagte, sie wolle noch schnell Lotto spielen, bevor wir einkaufen fahren. Das macht sie jedes Wochenende in einem Tabak- und Zeitschriftenladen in unserem real,- Markt. Und wenn sie schonmal dabei sei, würde sie auch schnell mal schauen, ob es da nicht auch schon das Spiel zu kaufen gäbe, welches sie ihrer Nichte zu schenken beschlossen hatte.

Ich wollte im Auto warten. Immerhin würde sie sich dann beeilen müssen. Soviel dann also zur Theorie. In der Praxis saß ich 45 Minuten in einem langsam auskühlenden Auto und fror vor mich hin. Es wurde langsam dunkel, rechts und links neben mir hatten die Automarken schon mehrfach gewechselt, nur ich saß noch immer in meinem blechernen Sibirien fest und wartete zunehmend ungeduldig auf ihre Rückkehr.

Kurz bevor ich darüber nachdachte, mit dem Bau eines Iglus für die Nacht anzufangen, schlurfte sie dann in Zeitlupe auf mich zu. Das Spiel gab es nicht. Also müssten wir jetzt doch noch in die Nachbarstadt zu Toys'r'us. Es fiel mir schwer in den von mir erwarteten Jubel auszubrechen, konnte mir aber einen scharfen Kommentar so eben noch verkneifen. Die Fahrt über war ich eher still, nahm auch mit der mir angeborenen Gelassenheit zur Kenntnis, dass sie sich entschieden hatte, statt der schnellen und direkten Umgehungsstraße den Weg durch die enge, unübersichtliche Innenstadt zu nehmen.

Letztlich kamen wir dann durch meine aktive Mithilfe bei der Navigation (ich hatte nur aus Eigennutz eingegriffen, weil ich keine Lust hatte, vielleicht noch in Oslo, Tallin oder Rom zu landen) auch tatsächlich vor dem Spielwarenmarkt an. Also auf. Wir wussten ja genau, was wir kaufen wollten. Dachte ich. Aber wie könnte man denn in einen Spielwarenladen fahren und nicht das gesamte Sortiment sehen wollen?

Ich folgte ihr also durch endlose Gänge und musste mir auch Dinge ansehen (und deren Nutzen kommentieren) die nicht einmal in irgendeiner Weise für einen Kauf in Frage kamen. Ihre Nichten sind 16, 12 und 10, was einen Kauf von Kinderrasseln eigentlich ausschließen dürfte... Aber gut. Von mir aus dann also auch noch die Babyabteilung. Der vorletzte Bereich, den wir aufsuchten war dann die Ecke mit den Kinderspielen. Der Ort, an dem sich unser Gral befinden musste. Immerhin hatte die Suche danach jetzt schon über 2 Stunden unserer Zeit gekostet.

Aber wenn ich gedacht hatte, wir würden den Laden nach erfolgreichem Fund der gesuchten Kartenspiel-Box in Richtung der Kassen verlassen, hatte ich mich getäuscht. Es folgte noch eine halbe Stunde Beratschlagung, ob das ausgesuchte Spiel denn wirklich das richtige für die Kinder sei, was ich mehrfach bejate. Ich hätte das Spiel auch für mich noch gekauft, denn es war lustig, einfach zu erklären und für alle Altersklassen witzig und spannend. Aber was bedeutet schon meine Meinung? Auch wenn ich nicht drum herum gekommen wäre, sie mehrfach kundzutun...

Wir brauchten also fast 3 Stunden, um am Ende genau das zu kaufen, was wir schon vor der Abfahrt als Beute festgelegt hatten. Mal ganz ehrlich, ich als Mann hätte das gleiche Ergebnis in der Rekordzeit von maximal 20 Minuten erreicht. Inklusive der Fahrt. Nach 3 Stunden für den Kauf eines 20 Euro teuren Action-Kartenspiels (Jungle Speed, für alle die das jetzt interessieren sollte) blieben uns also noch ganze anderthalb Stunden für unseren Wocheneinkauf.

Und wie der so üblicherweise abläuft, kennt ihr ja schon... Stellt euch das also mal in der Hälfte der Zeit vor, allerdings bei gleicher Einkaufs-Menge, bereits vor Beginn schon leicht angeschlagenem Nervenkostüm und dem erhöhten Druck der begrenzten Zeit... ja, es hatte schon was von Partystimmung...



Sonntag, 16. November 2014

Ein Ausflug ins Duftparadies

Am Samstag wollte sie unbedingt mal wieder zu dalli nach Stolberg. Daher also früh aufstehen und frühstücken, denn das Outlet hat nur bis 12:30 Uhr geöffnet.

Schon die Tatsache, dass wir auf dem Mitarbeiterparkplatz oberhalb der Brücke parken mussten, ließ nichts gutes erahnen. Denn das bedeutete auf jeden Fall, dass es voll sein würde. Und genau so war es auch. Wir mussten am Eingang eine ganze Weile auf einen freien Einkaufswagen warten, immerhin wollte ich nicht mit kiloweise Waschmittel in der Hand durch den Laden laufen.

Zuerst gab es Waschmittel, Weichspüler und Flüssigwaschmittel, alles noch überschaubar und weniger tragisch. Auch wenn man sich schon da kaum um die eigene Achse drehen konnte, ohne jemand anderem seinen Waschmittelkarton in die Kniekehle zu hauen. Ich glaube ich habe einige blaue Flecken gesammelt.

In der Mitte des Ladens befindet sich jedoch der Alptraum eines jeden Mannes und die sehnlichst erwartete Schatzkammer aller Frauen. Das angestrebte Ziel meiner Außerirdischen. Die Parfum-Abteilung. Regale voller Durfwässerchen und unüberschaubare Mengen von Parfumtestern, die wirklich alle betätigt werden wollten.

Überall gab es kleine Papierstreifen, die man fleissig mit allen möglichen Duftwassern besprühen konnte, um sie zu testen. Es dauerte keine fünf Minuten, bis sich ein ganzer Strauß unterschiedlichst riechender Pappstreifen in ihrer Hand befanden. Und alle mussten von mir beschnüffelt und kommentiert werden. Ich gab mir alle Mühe, aber ich hatte längst den Überblick verloren, welcher Streifen, denn nun welchen Duft aus welcher Flasche enthielt.

Rund um mich herum waren andere Damen auch dabei, ihren ganz persönlichen Lieblingsduft zu finden und sprühten teilweise recht üppige Wolken verschiedenster Marken in den Raum. Langsam wurde mir schwindelig. Aber ich musste da durch. Meine Außeriridische hatte ihr Zielgebiet inzwischen auf 4 Düfte eingeschränkt, wedelte mit den dazugehörenden Pappstreifen vor meiner Nase herum.

Fantastisch. Bergamotte, Tonkabohne, Zimt, Zitrone, Erdbeere, Sandelholz... mein Geruchsnerven waren dermaßen überreizt, dass ich zwischenzeitlich die Luft anhalten musste, um noch einen Unterschied zu merken, aber immerhin hatten wir nach 2 Stunden (!!!) intensiven Dufttrainings endlich ihren neuen Lieblingsduft gefunden. Ich atmete erleichtert auf, was ich sofort bereute. Eine ältere Dame hatte gerade eine Wolke 4711 in meine Richtung gesprüht.

Das Zeug ging schneller in den Kopf als eine Flasche Wodka. Aber von dem Moment an, war meine Laune irgendwie total gut. Immerhin brachte mich sogar ihre Info, dass sie nun noch für diverse Schwester- und Mutterschiffe eine Parfum-Auswahl zusammenstellen wollte, nicht aus der Fassung. Ich ertrug also noch eine ganze Weile die unterschiedlichsten Duftstoffe und ertrug auch die 20minütige Wartezeit an der Kasse ohne Probleme.

Frische Luft gab es erst wieder vor der Ladentür. Und erst da wurde mir bewusst, dass wir tatsächlich 2 Tragetaschen voller Parfüm und diverse Schachteln und Flaschen Waschmittel unterschiedlichster Aggregatzustände zum Auto zu schleppen hatten. Dabei war sogar ich in den Genuss eines neuen Eau de Toilette gekommen. Wann um Himmels Willen das passiert war, weiß ich allerdings nicht mehr so genau...







Samstag, 8. November 2014

Probleme mit meiner extraterrestrischen Kommunikation

Gestern Abend zu fortgeschrittener Stunde, einige Zeit nach ihrer verspäteten Landung.



Sie: "Ich hab was verloren!"

Ich: "Wo?"

Sie: "Hier."

Ich: "Und was hast du verloren?"

Sie: "Das weiß ich nicht."

Ich: "Äh, woher weißt du dann, dass du was verloren hast?"

Sie: "Ich hab's gehört!"



Mich ließ dieses kurze Gespräch in einem Zustand leichter Verwirrung zurück. Gab es da vielleicht Fähigkeiten meiner Außerirdischen, die mir bisher entgangen waren? Sie kann hören, wie Dinge, die sie nicht kennt, einfach so verloren gehen.

Ich frage mich seither, was "Verlorengehen" wohl für ein Geräusch erzeugen mag... vielleicht ein leises Flupp? Oder mehr so ein Wusch? Könnte auch ein leises Pling sein.

Zumindest kann man ausschließen, dass das Geräusch von der Beschaffenheit des sich verlierenden Gegenstandes abhängig ist. Immerhin wusste sie ja nicht zu sagen, was verloren gegangen war.

Und das bringt mich zu einer weiteren Frage: was bringt einem die sicher ziemlich fortschrittliche Fähigkeit, zu hören, wie etwas verloren geht, wenn man nicht gleichzeitig weiß

   1. WAS verloren gegangen ist

oder zumindest

   2. WO sich dieser Gegenstand wiederfinden lässt.

Vielleicht ist ihre evolutionäre Entwicklungsstufe einfach noch nicht fortgeschritten genug, um auch über solch nützlichen Talente zu verfügen. Wobei mich das jetzt zu der Frage führt, ob Darwins Theorie sich auch auf außerirdische Lebensformen übertragen lässt und was das für die Eigenarten ihres Heimatplaneten bedeuten könnte...

Bevor das hier jetzt aber in tiefgründig-philosophische Weiten des unerforschten Weltalls abdriftet, mache ich an dieser Stelle lieber Schluss mit meinem Eintrag.



Freitag, 24. Oktober 2014

Der Bär ist nicht mehr kuschlig...

So früh habe ich mich noch nie aus einem Wochenende gemeldet. Im Grunde war dieses Wochendende so wie all die Wochenenden davor. Allerdings mit dem Unterschied, dass mein innerer Buddha gerade auf Urlaub ist. Sie kam früher als erwartet, hatte alle Staus auf ihrer Strecke heute hinter sich gelassen und war eigentlich ganz erträglich gelaunt. Ich hatte das Essen fertig und bereits alle Vorkehrungen getroffen, und innerhalb kürzester Zeit waren wir auch schon auf dem Weg zum Einkauf.

Während ich mich wie üblich um das Leergut kümmerte, stürzte sie sich auf den Wühltisch direkt hinter der Eingangstüre in der Hoffnung auf ein unerwartetes Schnäppchen. Vielleicht war es der Frust, kein solches gefunden zu haben, ich weiß nicht genau, was der Auslöser für das kommende war.

Ich schob also den Einkaufswagen den Gang entlang, vor uns ein paar andere Kunden. Sie redete gerade darüber, wie sie sich die Wochen über einmal Espresso auf dem Herd gekocht hatte, schlenderte hinter mir her und ich gab mir alle Mühe wenigstens ein bisschen Interesse zu heucheln. Ich ging also stetig weiter, wich den anderen Kunden aus und plötzlich herrschte absolute Stille. Das ist etwas, was ich von meiner Außerirdischen so nicht gewohnt bin.

Als ich mich umdrehte, musste ich feststellen, dass sie irgendwo auf der Strecke das Regal entlang verloren gegangen war. Sie stand wutschnaubend etwa 4 Meter den Gang runter am Brot und funkelte mich böse an. Ich nickt ihr zu, dass ich warten würde und blieb auch eine Weile dort stehen, wo ich ihren Verlust bemerkt hatte. Aber sie kam nicht. Sie funkelte nur noch wütender. Aber das beeindruckte mich nun wirklich nicht mehr, die Wirkung lässt mit der Zeit einfach nach, wenn man wegen allem und jedem angefunkelt und angeschrien wird.

Ich setzte mich nach einiger Zeit wohlwollenden Wartens also wieder in Bewegung und ging zum Ende des Ganges, um nach dem ersten Artikel auf meiner imaginären Einkaufsliste zu schauen: Shampoo. Ich hatte mich noch nicht nach der Flasche meiner Marke gebückt, als sie wutschnaubend hinter mir auftauchte. Sofort fauchte sie mich an, warum ich nicht gemerkt habe, dass sie nicht mehr hinter mir ist. (Der geneigte Leser wird das im Gegensatz zu meiner Außerirdischen verstehen, es sei denn er verfügt im Gegensatz zu mir und den meisten anderen über Augen im Hinterkopf) Ich würde sie immer so hetzen.

Nun, sie entriss mir den Einkaufswagen, drückte mir den Autoschlüssel in die Hand und meinte, wenn ich mich so benäme, könnte ich mich auch gleich ins Auto setzten und dort auf sie warten. Als ich meinte, dass das okay sei, entriss sie ihn mir wieder und stellte mich vor die Wahl, nach Hause zu gehen. Zu Fuß. Oder brav zu tun was sie will und möglichst nett und zuvorkommend alle ihre Gedanken zu erraten. Nun, ich drückte ihr lächelnd den Schlüssel in die Hand und ging meiner Wege.

Mir war es egal, dass ich fast 40 Minuten Fußweg vor mir hatte. Im Gegenteil, ich bin ihn sogar in Rekordzeit gewandert. Ein fröhliches Lied auf den Lippen und den festen Vorsatz im Kopf, dieses Wochenende kein Wort mehr mit ihr zu wechseln. Wird sicher ein lustiges Wochenende. Allerdings muss ich schon die ganze Zeit dermaßen breit grinsen, dass ich am Montag sicher Muskelkater in den Wangen haben werde. Aber ich fühle mich gerade so amüsiert, erleichtert, frei.

Vielleicht tut es ihr mal ganz gut, wenn sie merkt, dass ihr duldsamer Kuschelbär auch bockig sein und seine Krallen zeigen kann. Gekocht wird nicht. Und dass ich ihr vor dem Weihnachtsurlaub ihre Wäsche wasche, kann sie sich auch abschminken... und das Packen ihres Koffers darf sie auch ganz alleine versuchen... sie wird den netten Bären vermissen, der ihr sonst diese Sachen immer abnimmt...

Donnerstag, 2. Oktober 2014

Küchenpanik

Wie jedes Wochenende, so habe ich auch am letzten für sie vorgekocht. Für jeden Tag der Woche ein eigenes Gericht. Eine Putenpfanne mit Champignons und Zwiebeln, Hackfleischtopf mit Spitzkohl, Pastinaken-Petersilienwurzel-Püree mit Saurer Sahne und einen Tofu-Spinat-Ziegenkäse-Auflauf. Ich koche ja immer nur für Montag bis Donnerstag, da sie freitags ja meist zum Essen zuhause ist.

Dieses Wochenende kommt sie allerdings nicht. Ihre Schwester wird nebst Ehegatten und Tochter bei ihr unterschlüpfen, so lange in ihrem Haus der Boden abgeschliffen und neu versiegelt wird. Heute Abend werden sie in Münster ankommen und bis Sonntag bleiben. Leider weiß niemand in ihrer Familie, dass sie nicht kochen kann. Sie hat jahrelang meine Koch- und Backkreationen als ihre eigenen ausgegeben. Das wird sich dieses Wochenende vielleicht rächen.

Kurz vor 12 Uhr heute mittag erreichte mich ihr Anruf. Ob ich schon ihre Mail gesehen hätte. Nein, hatte ich nicht. Also schnell mal geschaut:

"Hallo,

was kann ICH kochen für alle, für abends, was aber auch relativ lecker und leicht ist? Kannst du mir bis Mittag bescheid geben, damit ich noch einkaufen kann?"

Aha. Etwas, was auch sie kochen kann. Klar doch. Und dann natürlich auch wieder mal unter Zeitdruck. Von Zwölf bis Mittag... Verdammt. Also schnell mal überlegt, was sie denn hinbekommen könnte ohne größere Katastrophen auszulösen. Mein erster Vorschlag: Gulaschtopf mit Salat und Chiabatta. Schnell alle Zutaten auf vier Personen hochgerechnet und eine Anleitung geschrieben. Sofort abgeschickt. Dann wieder zurück in die Entspannung geschaltet.

Dann klingelt das Telefon. Ob es nicht was Vegetarisches sein könne und außerdem Salat! Wo sie doch keinen tollen hinbekommt, weil sie kein Dressing machen kann. Am liebsten wäre ihr ja was mit Tofu. Ich würde ihr gerne schnell das Dressing erklären, aber 4 Zutaten übersteigen offenbar ihre Aufnahmefähigkeit, also soll ich ihr neben dem Rezept für ein einfaches, schmackhaftes und vor allem schnell zuzubereitendes Tofu-Gericht auch noch das für ein Senfdressing per Mail schicken.

Also das ganze noch mal von vorne. Wieder die Zutaten hochgerechnet, alles aufgelistet und dann die Zubereitungsanleitung in möglichst vielen kleinen Schritten aufs virtuelle Papier gebracht und ab nach Münster geschickt. Mal sehen ob sie das hinbekommt. Vor allem wenn ihre Schwester dabei zusieht. Die kann nämlich sehr gut kochen...

Ich bin mal gespannt, wann der nächste Hilferuf kommt. Manchmal frage ich mich, ob ich mich mit meiner Unterstützung nicht zum Kollaborateur einer Alien-Invasion machen werde, aber ich kann nicht anders... sie ist so verdammt hilflos, so ganz einsam auf diesem Planeten gestrandet ;-)