Am Samstag wollte sie unbedingt mal wieder zu dalli nach Stolberg. Daher also früh aufstehen und frühstücken, denn das Outlet hat nur bis 12:30 Uhr geöffnet.
Schon die Tatsache, dass wir auf dem Mitarbeiterparkplatz oberhalb der Brücke parken mussten, ließ nichts gutes erahnen. Denn das bedeutete auf jeden Fall, dass es voll sein würde. Und genau so war es auch. Wir mussten am Eingang eine ganze Weile auf einen freien Einkaufswagen warten, immerhin wollte ich nicht mit kiloweise Waschmittel in der Hand durch den Laden laufen.
Zuerst gab es Waschmittel, Weichspüler und Flüssigwaschmittel, alles noch überschaubar und weniger tragisch. Auch wenn man sich schon da kaum um die eigene Achse drehen konnte, ohne jemand anderem seinen Waschmittelkarton in die Kniekehle zu hauen. Ich glaube ich habe einige blaue Flecken gesammelt.
In der Mitte des Ladens befindet sich jedoch der Alptraum eines jeden Mannes und die sehnlichst erwartete Schatzkammer aller Frauen. Das angestrebte Ziel meiner Außerirdischen. Die Parfum-Abteilung. Regale voller Durfwässerchen und unüberschaubare Mengen von Parfumtestern, die wirklich alle betätigt werden wollten.
Überall gab es kleine Papierstreifen, die man fleissig mit allen möglichen Duftwassern besprühen konnte, um sie zu testen. Es dauerte keine fünf Minuten, bis sich ein ganzer Strauß unterschiedlichst riechender Pappstreifen in ihrer Hand befanden. Und alle mussten von mir beschnüffelt und kommentiert werden. Ich gab mir alle Mühe, aber ich hatte längst den Überblick verloren, welcher Streifen, denn nun welchen Duft aus welcher Flasche enthielt.
Rund um mich herum waren andere Damen auch dabei, ihren ganz persönlichen Lieblingsduft zu finden und sprühten teilweise recht üppige Wolken verschiedenster Marken in den Raum. Langsam wurde mir schwindelig. Aber ich musste da durch. Meine Außeriridische hatte ihr Zielgebiet inzwischen auf 4 Düfte eingeschränkt, wedelte mit den dazugehörenden Pappstreifen vor meiner Nase herum.
Fantastisch. Bergamotte, Tonkabohne, Zimt, Zitrone, Erdbeere, Sandelholz... mein Geruchsnerven waren dermaßen überreizt, dass ich zwischenzeitlich die Luft anhalten musste, um noch einen Unterschied zu merken, aber immerhin hatten wir nach 2 Stunden (!!!) intensiven Dufttrainings endlich ihren neuen Lieblingsduft gefunden. Ich atmete erleichtert auf, was ich sofort bereute. Eine ältere Dame hatte gerade eine Wolke 4711 in meine Richtung gesprüht.
Das Zeug ging schneller in den Kopf als eine Flasche Wodka. Aber von dem Moment an, war meine Laune irgendwie total gut. Immerhin brachte mich sogar ihre Info, dass sie nun noch für diverse Schwester- und Mutterschiffe eine Parfum-Auswahl zusammenstellen wollte, nicht aus der Fassung. Ich ertrug also noch eine ganze Weile die unterschiedlichsten Duftstoffe und ertrug auch die 20minütige Wartezeit an der Kasse ohne Probleme.
Frische Luft gab es erst wieder vor der Ladentür. Und erst da wurde mir bewusst, dass wir tatsächlich 2 Tragetaschen voller Parfüm und diverse Schachteln und Flaschen Waschmittel unterschiedlichster Aggregatzustände zum Auto zu schleppen hatten. Dabei war sogar ich in den Genuss eines neuen Eau de Toilette gekommen. Wann um Himmels Willen das passiert war, weiß ich allerdings nicht mehr so genau...
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